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Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie, DDG
„Diabetes und Psychologie e.V.“
 

Glossar

Hier finden Sie in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Begriffe zum Thema mit einer kurzen Beschreibung verständlich erklärt

 

Affekt

Synonym für Gefühl oder Stimmung; im allgemeinen Sprachgebrauch häufig für eine intensive Gefühlsregung, die gekennzeichnet ist durch eine heftige Erregung, Aufgeregtheit, Anspannung („Affekthandlung“).

 

Akzeptanz

Krankheitsakzeptanz kann als das Ziel einer gelungenen Krankheitsbewältigung verstanden werden. Diabetesakzeptanz wird gemeinhin als wichtige Voraussetzung für eine angemessene und effektive Selbstbehandlung des Diabetes angesehen. Manche Menschen mit Diabetes können aber auch lange Zeit nach Bekanntwerden der Erkrankung die Tatsache, mit dem Diabetes leben zu müssen, nicht akzeptieren, wodurch ein angemessener und sinnvoller Umgang mit der Erkrankung erschwert wird.
 

Angst

Emotionale Reaktion auf eine besorgniserregende oder bedrohliche Situation. Angst und Furcht unterscheiden sich durch ihren direkten Objektbezug: während die Furcht immer auf ein direktes Objekt bezogen ist (Furcht vor etwas), ist die Angst ein unbestimmtes Gefühl, welches nicht auf ein konkretes Objekt bezogen ist. Angst ist zunächst ein normales, d.h. nicht-pathologisches Gefühl, als berechtigte Angst oder Sorge vor einer realen Gefahr oder Bedrohung. Pathologisch werden Ängste, wenn sie irrational und übertrieben sind und zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Betroffenen führen. Je nach Intensität geht die Angst auch mit starken körperlichen Symptomen einher. Die meisten Angststörungen bei Patienten mit Diabetes sind nicht spezifisch für diese Patientengruppe; sie treten jedoch häufig in einem engen Zusammenhang mit diabetesbezogenen Themen auf. Die häufigsten spezifischen Ängste im Zusammenhang mit der Diabetesbehandlung sind die Angst vor Folgeschäden, die Angst vor Hypoglykämien und eine Spritzenphobie. Angststörungen bzw. erhöhte Angstwerte bei Diabetikern gehen mit einer schlechten Stoffwechseleinstellung und einem schlechteren Selbstbehandlungsverhalten einher.
 

Anpassungsstörung

Eine bestimmte pathologische Form der Reaktion auf einschneidende und belastende Ereignisse im Leben (kritische Lebensereignisse).

 

Auswertungsobjektivität

Die Auswertung eines Fragebogens ist unabhängig vom Testleiter und erfolgt nach definierten Kriterien.
 

Barrieren der Insulintherapie

Viele Typ 2 Diabetiker, die rein diätetisch oder mit oralen Antidiabetika behandelt werden, stehen einer Insulintherapie oft ablehnend gegenüber. Diese Befürchtungen und Ängste bzgl. einer Insulintherapie werden häufig auch als „psychologische Insulinresistenz“ bezeichnet und können eine entscheidende Barriere für eine frühzeitige Initialisierung einer Insulintherapie darstellen.
 

Belastungsstörung

siehe "Anpassungsstörung"
 

Cronbachs alpha

Koeffizient der internen Konsistenz als ein Schätzer der Reliabilität.
 

Demenz

Demenz ist ein psychiatrisches Syndrom, welches mit Leistungseinbußen bzw. Defiziten in kognitiven, emotionalen und sozialen Funktionen einhergeht. Häufig betroffen ist das Kurzzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, gedankliche Flexibilität und die Sprache. Häufigste Ursache der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung.
 

Depression

Die Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich unter anderem durch Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, negative Stimmung und Gedanken, Schlaflosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle auszeichnet. Diese Symptome, die auch bei gesunden Menschen zeitweise natürlich auftreten, sind in der Depression unverhältnismäßig stabil und von den Betroffenen nur bedingt beeinflussbar. Nach dem kognitiven Erklärungsmodell der Depression von Aaron T. Beck sind Depressionen gekennzeichnet durch ein negatives Selbstbild, eine negative Sicht von der Welt und negative Zukunftserwartungen (kognitive Triade). Zwischen den beiden Erkrankungen Diabetes und Depression besteht ein bidirektionaler Zusammenhang. Menschen, die an einer Depression leiden, haben ein erhöhtes Risiko für die Manifestation eines Typ 2 Diabetes, und Menschen mit einer Diabeteserkrankung haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Depressionsrisiko. Eine Depression beeinflusst die Prognose des Diabetes negativ. Dies gilt für die Selbstbehandlung, die Stoffwechseleinstellung, die Lebensqualität sowie für das Auftreten von Folgekomplikationen und die Mortalität. In der Praxis wird daher bei Diabetespatienten ein regelmäßiges Depressionsscreening empfohlen, um eine Depression möglichst frühzeitig zu erkennen. Bei Patienten mit Diabetes müssen auch depressive Verstimmungen / subklinische Depressionen ernst genommen und bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. Auch subklinische Depressionen gehen mit deutlichen Funktionseinbußen, einer eingeschränkten Lebensqualität und einem schlechteren Selbstbehandlungsverhalten einher. Wegen ihrer negativen Auswirkungen auf das Diabetesselbstmanagement und die Prognose der Erkrankung müssen subklinische Depressionen und diabetesbezogene emotionale Belastungen („diabetes disstress“) als Behandlungsbarrieren und Risikofaktoren ernst genommen und beachtet werden.
 

Depressivität

Die Begriffe Depressivität, subklinische Depression und depressive Symptomatik umschreiben eine Symptomatik, die sich in den depressionsspezifischen Fragebogenskalen in erhöhten Werten niederschlägt. Die Kriterien einer manifesten depressiven Störung müssen dabei nicht vollständig erfüllt sein.
 

Diabetes Distress

siehe "Diabetesbezogene Belastungen"
 

Diabetesbezogene Belastungen

Diabetes ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Belastungen verbunden, welche die Motivation zur eigenverantwortlichen Behandlung des Diabetes und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Diese Belastungen resultieren zum einen aus den täglichen Anforderungen der Diabetesbehandlung (Medikamenteneinnahme, Ernährungsvorschriften, etc.), aber auch aus den möglichen körperlichen und psychosozialen Einschränkungen aufgrund der lebenslangen Erkrankung oder bestehender Komplikationen.
 

Diskriminante Validität

Die Diskriminante Validität oder Unterscheidungsvalidität ist gegeben, wenn der Fragebogen mit anderen Fragebögen, die etwas Anderes erfassen, nur geringe Korrelationen aufweist.
 

Durchführungsobjektivität

Alle Teilnehmer werden unter vergleichbaren Bedingungen getestet; das Testergebnis ist unabhängig davon, wer den Test vorgibt.

 

Empowerment

Empowerment beschreibt die Gesamtheit an Strategien, um selbstbestimmt und autonom mit verschiedenen Situationen umzugehen.
 

Essstörungen

Psychische Erkrankungen, die gekennzeichnet sind durch eine pathologische Veränderung des Essverhaltens. Die häufigsten Essstörungen sind die Anorexie (Magersucht) und Bulimie (Ess-Brech-Sucht); die Binge Eating Störung ist wie die Bulimie durch übermäßige Essattacken gekennzeichnet, allerdings übergeben sich die Betroffenen nicht. Menschen mit Diabetes haben häufig ein auffälliges Essverhalten, ohne dass die Kriterien für eine Essstörung erfüllt sind. Solche sog. subklinische Essstörungen sollten als "nicht näher bezeichnete Essstörung" klassifiziert werden. Aufgrund der schlechteren Prognose müssen bei Menschen mit Diabetes auch subklinische Essstörungen ernst genommen und bei der Diabetesbehandlung berücksichtigt werden.
 

Fairness

Fairness zählt zu den Gütekriterien psychologischer Testverfahren. Auf die Fairness sollte im Idealfall bereits bei der Entwicklung eines Tests geachtet werden. Bei Fairen Tests werden die Ergebnisse nicht von bestimmten Eigenschaften der Testperson (z. B. Geschlecht, Bildung, sozialer Herkunft, religiöse Überzeugungen, etc.) beeinflusst. Unklare Testanweisungen,

 

Faktorenanalyse

Ein statistisches Verfahren, um zu überprüfen, welche Items etwas Ähnliches erfassen und zusammengefasst werden können. Mit Hilfe der Faktorenanalyse können Subskalen eines Fragebogens identifiziert werden.
 

Falsch negativer Wert

Der falsch positive Wert eines diagnostischen Verfahrens ist die Wahrscheinlichkeit, dass der diagnostische Test negativ ist, obwohl tatsächlich eine Erkrankung vorliegt.

 

Falsch positiver Wert

Der falsch positive Wert eines diagnostischen Verfahrens ist die Wahrscheinlichkeit, dass der diagnostische Test positiv ist, obwohl keine Erkrankung vorliegt.

 

Interne Konsistenz

Methode der Reliabilitätsschätzung (siehe "Cronbachs alpha")
 

Interpretationsobjektivität

Die Interpretation eines Fragebogens ist unabhängig vom Testleiter - verschiedene Testleiter kommen bei gleichen Ergebnissen zur gleichen Interpretation. Die Interpretation der Ergebnisse ist eindeutig und erfolgt nach klaren, fest vorgegebenen Regeln (z. B. Normentabellen zur Interpretation der Testergebnisse).
 

Konvergente Validität

Die Konvergente Validität ist gegeben, wenn der Fragebogen mit anderen Fragebögen, die etwas Ähnliches erfassen, hohe Korrelationen aufweisen.
 

Lebensqualität

Lebensqualität beschreibt ein multidimensionales Konstrukt, das physische, psychische und soziale Aspekte enthält. Dabei wird zwischen verschiedenen Konzepten der LQ differenziert: (a) allgemeine bzw. globale Lebensqualität, (b) gesundheitsspezifische Lebensqualität, und (c) krankheitsspezifische Lebensqualität. Die allgemeine oder globale Lebensqualität erlaubt Aussagen über die allgemeine Lebenssituation oder das allgemeine Wohlbefinden. Dagegen erfasst die gesundheitsbezogene Lebensqualität den allgemeinen Gesundheitszustand und Belastungen und Veränderungen durch gesundheitsrelevante Ereignisse. Die krankheitsspezifische Lebensqualität gibt Informationen über die persönliche Lebenssituation und das Wohlbefinden der Betroffenen im Kontext einer spezifischen Erkrankung. Zur Messung der gesundheitsbezogenen oder krankheitsspezifischen Lebensqualität unterscheidet man zwischen allgemeinen oder generischen (z. B. SF-36, EQ-5D, WHO-5) und krankheitsspezifischen (z. B. ADDQoL, DSQoLS, Neuro-QoL) Verfahren. Die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes ist deutlich reduziert. Daher ist der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Lebensqualität ein wesentliches Ziel der Diabetesbehandlung.

 

Negativer prädiktiver Wert

Der negative prädiktive Wert eines diagnostischen Verfahrens ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Person mit einem negativen Testergebnis auch tatsächlich keine Erkrankung vorliegt.
 

Objektivität

Objektivität zählt zu den Gütekriterien psychologischer Testverfahren. Ein Test ist dann objektiv, wenn das Ergebnis unabhängig ist von bestimmten Rahmenbedingungen (z. B. Meinungen oder Fähigkeiten des Testleiters). Die Objektivität wird erreicht durch eine möglichst standardisierte Durchführung und Auswertung. Siehe "Durchführungsobjektivität",

 

Positiver prädiktiver Wert

Der positive prädiktive Wert eines diagnostischen Verfahrens ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Person mit einem positiven Testergebnis auch tatsächlich eine Erkrankung vorliegt.
 

Reliabilität

Reliabilität zählt zu den Gütekriterien psychologischer Testverfahren. Unter Reliabilität wird die Genauigkeit oder Zuverlässigkeit einer Messung verstanden. Ein Test ist dann reliabel (zuverlässig), wenn er das Merkmal, das er misst, exakt, d. h. frei von zufälligen Messfehlern, misst. Die Reliabilität kann ausgedrückt werden durch die Test-Retest-Korrelation oder durch die interne Konsistenz nach Cronbachs Alpha.
 

Schwierigkeit

Die Schwierigkeit eines Items bezeichnet die Häufigkeit mit der das Item in Kriteriumsrichtung beantwortet wurde - also z.B. wie häufig einem Item zugestimmt wurde. Bei intervallskalierten Items wird die Schwierigkeit häufig durch den Mittelwert der Beantwortung ausgedrückt.
 

Selbstwirksamkeit

Der Glaube daran, den erfolgreichen Umgang mit schwierigen Situationen der eigenen Kompetenz zuschreiben zu können – Inwieweit man glaubt, durch sein eigenes Verhalten den Ausgang einer unbekannten/schwierigen Situation positiv beeinflussen bzw. meistern zu können.
 

Sensititvität

Die Sensitivität eines diagnostischen Verfahrens ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Person, bei der tatsächlich eine Erkrankung vorliegt, auch das Testergebnis positiv ist.
 

Spezifität

Die Spezifität eines diagnostischen Verfahrens ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Person, bei der tatsächlich keine Erkrankung vorliegt, auch das Testergebnis negativ ist.
 

Trennschärfe

Die Korrelation eines Items mit dem Summenwert der Skala, zu dem das Item gehört (dieser Summenwert wird vorher bereinigt um den Beitrag, den das entsprechende Item dazu leistet, um eine Eigenkorrelation zu vermeiden). Die Trennschärfe drückt das Ausmaß der Übereinstimmung zwischen Item und Skala aus - ob also das Ergebnis eines Items ähnlich interpretiert werden kann wie der Summenwert der dazugehörigen Skala.

 

Validität

Validität zählt zu den Gütekriterien psychologischer Testverfahren. Ein Test ist dann valide (gültig), wenn er das Merkmal, das er messen soll, auch tatsächlich misst. Zur Feststellung der Validität wird häufig eine Korrelation zwischen den Ergebnissen des eingesetzten Testverfahrens und passender Außenkriterien (Kriteriumsvalidität) berechnet.

 

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